Die Wartefrau.

Von Freiherrn v. Schlicht.

in: „Kölnische Zeitung” vom 1. und 2.Sept. 1898,
in: „Der Deutsche Correspondent” vom 2.10.1898 und
in: „Armeetypen”


Von allen Beschäftigungen, die es auf dieser Thränenwelt gibt, ist entschieden keine so langweilig wie das Warten. So eine schöne Leserin dies nicht glauben sollte, bitte ich sie, auf die nächste Compagniekammer zu gehen, sich dort einen Wachanzug zu verpassen und dann als Posten aufzuziehen. Mit dem Gewehr unter dem Arm möge sie denn vor dem Hause des Herrn Oberst auf- und abgehen und darauf warten, bis sie abgelöst wird: dann wird ihr die Wahrheit meiner Behauptung klar werden. Einmal(1) habe ich auf Posten gestanden und gewartet.(2) Um zwei Uhr wurde ich „aufgeführt”, das verschlossene Thor, das ich behüten sollte, lag höchstens zwanzig Schritt von dem Wachtraum entfernt, aber ich durfte nicht allein hingehen, das war gegen die „Instrukschon”, ein Gefreiter führte mich auf, stolz ging er voran, traurig schlich ich mit drei Schritt Abstand hinter ihm her und gelangte so an den Ort meiner Bestimmung.(3) Bewaffnet mit dem Infanteriegewehr M. 71/84 stand ich nun auf dem meinem persönlichen Schutz anvertrauten Stück Erde und wartete — nicht darauf, daß aus dem Gebüsch, das nirgends zu erblicken war, ein Räuber mit hochgeschwungener Keule auf mich losstürzen würde, um mir meinen Beobachtungspunct zu entreißen, ach nein, ich wartete einfach darauf, daß es vier Uhr würde, daß meine zwei Stunden um wären. Da konnte ich lange warten, allerdings ja nur zwei Stunden, aber wie lang ist mir diese sonst so kurze Spanne Zeit geworden. Nach meiner Meinung hätte ich unterdes dreimal mit einem Bummelzug(4) um die Welt herumfahren können. Endlich glaubte ich,(5) man hätte vergessen, mich abzulösen, ich sah nach der Uhr und meine Haare sträubten sich,(6) denn von den zwei Stunden waren genau 38¾(7) Minuten verflossen. Ich stieß einen Schrei der Verzweiflung aus und tanzte wie ein Wilder hin und her. Der Wachthabende schickte darauf(8) einen Mann der Wache und ließ fragen, was denn los sei. Um nicht in den Kasten zu fliegen, log ich etwas von starker Kolik und erhielt gleich darauf den tröstlichen Bescheid, der Herr Unterofficier habe gesagt, so etwas gäbe es auf Posten nicht. Da wartete ich denn weiter, und als ich endlich abgelöst wurde, wartete ich, bis ich wieder aufgeführt wurde — so ging das geschlagene 24 Stunden hindurch, und als ich endlich abends in meinem Commißbett lag, war ich zerschlagen an Leib und Seele.

Mich tröstete nur eins, daß ich das Schrecklichste der Schrecken durchgemacht hatte und daß eine Steigerung unmöglich sei. So dachte ich, aber was ahnt das Herz eines Avantageurs von dem, was ihm in seiner militärischen Laufbahn noch bevorsteht.(9) Beim Militär wird entsetzlich viel gewartet, und wenn man alle Zeit, die man als Soldat mit der geistreichen Beschäftigung des Wartens zubringt, zusammenrechnet, so würde eine Zahl herauskommen, die selbst der stärkste Rechenkünstler nicht in seinem Kopfe behalten könnte, er würde verrückt werden, eine Quadratwurzel ausziehen und sich diese ins Herz stoßen.(10) Die Vorgesetzten, die in dieser Hinsicht Großes leisten, führen den Beinamen: die Wartefrau. So angenehm und nützlich eine solche Frau im bürgerlichen Leben zuweilen sein kann, so grausig ist sie, wenn sie Hosen und Sporen trägt.

Der Hauptmann geht mit seinem Feldwebel auf dem Casernenhof auf und ab, beide sind gewaltig fleißig, sie regieren. Das ist nicht so leicht wie es aussieht und dem Hauptmann entrinnt mancher laute Fluch, während der Feldwebel ihn vorläufig in seinem Busen still verwahrt, um ihn hinterher mit einem „Kreuzhimmel­donnerwetter noch einmal” auf die Köpfe seiner Kinder bei der Parole-Ausgabe niedersausen zu lassen. Endlich ist alles erledigt, was der Feldwebel notirt hatte. Der Hauptmann wendet sich zum Gehen.

„Sonst noch etwas?” fragt er vorsichtshalber.

„Den Dienst für morgen, Herr Hauptmann.”

Wieder entfährt des Hauptmanns Lippen ein Fluch: „Natürlich, ja, das hatte ich ja total vergessen. Gut, daß Sie mich daran erinnern. Was machen wir denn morgen?”

„Wir kommen heute Mittag auf Wache.”

„Richtig, ja.(11) Wie viel Leute haben wir denn morgen früh zum Dienste?”

„Sechszehn, Herr Hauptmann.”

„Das ist zu wenig, um etwas zu thun, zu viel, um nichts zu thun. Können wir nicht noch ein paar Leute abcommandiren, damit man morgen früh endlich einmal ausschlafen kann? Ich weiß gar nicht mehr, wie mein Bett nach fünf Uhr morgens überhaupt aussieht.(12)

Der Feldwebel überlegt sich die Sache.

„Es geht nicht, Herr Hauptmann; wenn der Herr Oberst morgen auf den Casernenhof kommen sollte und sich den Rapport zeigen läßt, wird es so wie so schon einen bösen Krach geben, daß wir nicht mehr Leute zum Dienst haben.”

„Lassen Sie es krachen, Feldwebel, Generalfeldmarschall werde ich doch nicht. Was befohlen ist, bleibt so, und was macht der Rest?”

„Der kann ja erst Instruction haben durch den Herrn Lieutenant, dann turnen und dann exerciren.”

„Schön, einverstanden.(13) Zum Exerciren komme ich selbst her, sollte ich nicht rechtzeitig hier sein, so soll der Herr Lieutenant anfangen, ich komme auf jeden Fall.”(14)

Als der Häuptling am Abend in sein Bett steigt, gedenkt er, obgleich weder geistig noch sonst irgendwie mit dem großen Wallenstein verwandt, einen langen Schlaf zu thun.(15) Er hat ausdrücklich(16) Befehl gegeben, ihn nicht zu wecken — wie er einschlafen will, fällt ihm ein, daß er morgen um 9 Uhr bei dem Exerciren zugegen sein will. „Ach was,” denkt er, „das soll mir den Schlummer nicht rauben, der Lieutenant kann warten.

Der Lieutenant kann nicht warten, er muß sogar warten, was bleibt ihm weiter übrig, da der Hauptmann ihm hat sagen lassen, daß er auf jeden Fall käme. Mit seiner Schachtel Bleisoldaten, wie er ingrimmig die seiner Obhut anvertrauten Leute nennt, exercirt er nun schon zwei Stunden, er weiß gar nicht mehr, was er mit den Leuten anfangen soll(17). Alle fünf Secunden sieht er nach der Uhr, einmal muß der Hauptmann doch kommen, aber er kommt immer noch nicht. Der Lieutenant wartet weiter. Da sieht er endlich, wie der am Portal stehende Posten die treue Flinte(18) mit blitzartiger Geschwindigkeit auf die linke Schulter schiebt, sie dann wieder herunterzieht, das Gewehr präsentirt und mit einem hörbaren Ruck(19) den Kopf nach rechts wirft(20). Gleich darauf erscheint, ganz gemütlich seine Cigarre rauchend, der Herr Hauptmann auf dem Casernenhof. Der Lieutenant ruft im Innern seines Herzens dreimal Hurrah und stürzt auf seinen Vorgesetzten los, um ihm zu melden. Der aber ist äußerst gnädig, denn er hat sich sein Bett auch nach fünf Uhr morgens, wie er es wollte, einmal wieder angesehen, hat dann in Ruhe seinen Mokka getrunken und ist nun ganz ausgezeichnet bei Laune(21). In der gehobenen Stimmung, in der er sich befindet, will er seinem Unterthan keine Unbequemlichkeiten bereiten. Von weitem schon winkt er ihm zu: „Danke, danke, bitte, bemühen Sie sich meinetwegen nicht.”

Unentwegt aber stürzt der Lieutenant weiter auf ihn los.

„Ich danke aber wirklich, Herr Lieutenant.”

Da muß er, so schwer es ihm auch wird, innehalten in seinem Lauf. Unwillig macht er kurz Kehrt und geht zu seinen Leuten zurück, dann ruft er seinen Unterofficieren zu: „Sehen Sie noch einmal die Stellung unter den verschiedenen Gewehrlagen nach, aber bitte sehr genau!”

Die Worte „sehr genau” braucht er absichtlich — es ist nämlich schon das vierte Mal, daß er am heutigen Vormittag „Stellung nachsehen” läßt, er weiß ganz genau, daß die Unterofficiere eben so wenig Lust mehr haben wie er und daß die Leute noch viel weniger Lust haben — aber Dienst ist Dienst und was gemacht wird, muß ordentlich gemacht werden.(22) Während die Leute unter „Gewehr über” dastehen und sich von ihren Unterofficieren zum vierten Mal am heutigen Vormittag sagen lassen, daß sie von Secunde zu Secunde krümmer und verbogener werden, geht der Lieutenant anscheinend sehr diensteifrig auf und ab.

„Ich werde mir die Stellung der Leute einmal von hinten ansehen!” ruft er den Unterofficieren zu und geht nicht vor, sondern hinter die Glieder. Das hat seinen guten Grund — von hier aus kann er seinen Hauptmann beobachten und kann sehen, ob und wann dieser kommt. Damit hat es aber noch gute Zeit. Sein Hauptmann steht mit einem anderen Häuptling im fröhlichsten Gespräch — sein heiteres Lachen klingt bis zu den Exercirenden hinüber, jetzt zündet er sich eine neue Cigarre an und nun hört der Lieutenant seinen Hauptmann sagen: „Kommen Sie, wir wollen einen Augenblick ins Casino gehen und einen Schnaps trinken.”

Der Lieutenant stöhnt vor unnennbarem Weh: er kennt seinen Hauptmann und weiß, was bei dem ein Schnaps bedeutet. Aus dem einen werden drei und diesen folgt dann eine Flasche Rotwein. Der Lieutenant möchte seinen Vorgesetzten so gern zurückhalten, wenigstens so lange, bis er entlassen ist — aber schon sind die beiden Herren im Casino verschwunden(23). Der Zeiger der Uhr geht seinen ihm vorgeschriebenen Weg, wieder ist eine Stunde verflossen, es ist gleich zwölf Uhr. In seinem Magen und in dem seiner Leute gähnt Leere(24). Nach einer weiteren Viertelstunde packt ihn die Verzweiflung, er ruft sich einen tüchtigen Gefreiten heran und schickt ihn ins Casino, um anfragen zu lassen, ob er wegtreten lassen könne. Der Gefreite fliegt davon und kehrt mit der Meldung zurück: „Der Herr Hauptmann käme sofort, der Herr Lieutenant möchten noch einen Augenblick warten.”

Ach, ein Augenblick ist manchmal länger als eine Ewigkeit. Endlich, endlich erscheint der Hauptmann, gemütlich seine Cigarre rauchend, und nähert sich im gemütlichsten Bummeltempo der Abteilung. Der Lieutenant rast ihm entgegen: „Ich bitte ganz gehorsamst, die Leute forttreten lassen zu dürfen.”

„Guten Morgen, wie gehts Ihnen, gut? Na, das freut mich, kommen Sie noch einen Augenblick mit ins Casino.”

„Können die Mannschaften wegtreten, Herr Hauptmann?”

„Wenn ihnen die Beine nicht abgestorben sind, werden sie es schon können,” lautet die gemütliche Antwort.

Dürfen sie wegtreten?” fragt der Officier.

„Ja.”

Dieses Ja klingt so ruhig , so phlegmatisch, so gleichgültig wie nur irgend etwas auf dieser Welt und doch haben auf dieses eine Wort zwanzig Menschen seit mehreren Stunden voller Ungeduld gewartet.(25) Daß solche Vorgesetzte nicht gerade dazu beitragen, ihren Unterthanen das Leben schön und angenehm zu machen, ist ja klar(26), aber man kann ihnen daraus keinen Vorwurf machen, sie können nicht anders, warten und warten lassen ist ihre Devise. Zuweilen liegt das Warten und Wartenlassen aber auch an der Untüchtigkeit, Unentschlossenheit und Zaghaftigkeit der betreffenden.

*

Es ist der zweite Tag der Divisionsmanöver, denen Seine Excellenz der commandirende General des Armeecorps mit seinem ganzen Stabe beiwohnt. Die beiden Divisionen bilden eine Nord- und eine Südpartei. Gestern hat Seine Excellenz sich bei „Nord” aufgehalten, heute wird er „Süd” mit seinem Besuche beehren(27). In langen Colonnen ziehen die Truppen der Division ihren verschiedenen Sammelplätzen entgegen und treffen nicht nur pünctlich, sondern noch viel vor der befohlenen Zeit ein, dennoch aber werden sie bereits mit großer Ungeduld erwartet und „die Wartefrau” ist in diesem Falle Seine Excellenz der Herr Divisions­commandeur. Seine Excellenz haben große und schwere Sorgen: zunächst bedrückt ihn der Umstand, daß der Commandirende ihn besuchen und sich von seiner Tüchtigkeit überzeugen will. (28)Aber noch viel Schlimmeres quält sein armes Herz: er ahnt nicht, wo der Feind ist.(29) Warum konnte der commandirende General nicht am gestrigen Tage sich bei „Süd” aufhalten und dem siegreichen Vordringen seiner Truppen beiwohnen, das damit endete, daß „Nord” sich in wilder Flucht zurückzog und aus jeder Stellung, wo es sich wieder festzusetzen versuchte, geworfen wurde?(30) Nach und nach versammeln sich die berittenen Herren um den Divisions­commandeur:

„Sind die Herren alle da? Ja? Danke sehr. Meine Herren, Sie sehen mich in begreiflicher Aufregung. Meine Herren, der Feind ist verschwunden, spurlos verschwunden. Gestern Abend noch war ich über seine Aufstellung aufs genaueste unterrichtet und jetzt? Der Gegner hat seine Stellung geräumt, er ist einfach von der Erdoberfläche verschwunden — es scheint fast, daß(31) er sich nach der gestrigen gänzlichen Niederlage ein Loch in die Erde gegraben hat und darin verschwunden(32) ist. Aber nicht einmal ein frischer Erdaufwurf ist zu entdecken!”

Die Herren glauben, daß Excellenz geruht habe, einen Witz zu machen, und das pflichtschuldige Lächeln legt sich um alle Lippen. Das aber nimmt Seine Excellenz sehr übel.

„Meine Herren, der Augenblick wäre zum Scherzen sehr schlecht gewählt und ich wüßte wirklich nicht, welches meiner Worte Ihre Lachlust hätte erwecken können. Oder lachen die Herren vielleicht darüber, daß der Feind spurlos verschwunden ist? Auch darin kann ich nichts Lächerliches finden — im Gegenteil, ich finde es sehr, sehr traurig. Augenblicklich ist nicht die Zeit dazu vorhanden, aber verlassen Sie sich darauf, meine Herren, ich werde Zeit finden, um festzustellen, wen die Schuld trifft, ich werde es schon herausbekommen, wer seine Pflicht so weit vernachlässigt hat, daß der Feind unbemerkt seine Stellung räumen konnte. Mich trifft keine Schuld, höchstens die, daß ich solche Officiere in meiner Division dulde, geduldet habe. Ob ich sie auch fernerhin dulden werde, ist eine Sache, die hier nicht hergehört.”

Seine Excellenz schweigt und sieht sich um: dieses Mal ist aber kein lächelndes Gesicht zu erblicken. Er wendet sich an seinen Adjutanten: „Bitte lesen Sie den von mir gegebenen Befehl für den heutigen Tag vor.”

Es geschieht und eifrigst sucht ein jeder auf der Karte sich die Kriegslage zu vergegenwärtigen.

„Hat einer von den Herren noch eine Frage? Sind die Herren von der Cavallerie genau orientirt? Es kommt mir darauf an, so schnell wie möglich, wenn es sein kann noch vor dem Eintreffen Seiner Excellenz des commandirenden Herrn Generals, Nachrichten über den Feind zu erhalten., wissen Sie Bescheid? Ja? Dann bitte los.”

Aber es geht noch nicht los, ach nein. Zuerst conferirt der Oberst noch mit seinen Rittmeistern, dann die Rittmeister(33) mit ihren Lieutenants, die Lieutenants(34) sodann mit ihren Unterofficieren. Ist das erledigt, so werden die Meldereiter und Patrouillen betimmt — eine Viertelstunde ist verflossen, die Cavallerie ist noch nicht einmal aufgesessen. Wie im „Ekkehard” der Alte aus der Heidenhöhle mit seinem Dienstmann zwischen die Hunnen fährt, so fährt jetzt der Divisions­commandeur mit seinem Adjutanten zwischen die Cavallerie.

„Herr Oberst, Herr Oberst, Herrrrr Oooooberst! —” Im Galopp kommt der dem Rufer entgegengeritten.

„Euer Excellenz befehlen?”

„Herr Oberst, worauf warten Sie noch? Ich habe Ihnen doch ausdrücklich befohlen, sofort anzureiten.”

„Zu Befehl, Euer Excellenz, ich warte nur . . .”

„Sie haben gar nichts zu warten, Herr Oberst!” donnert Se. Excellenz, „ich aber warte auf Ihre Meldungen, Herr, reiten Sie!”

„Zu Befehl, Euer Excellenz. An die Pferde! Aufgesessen! Escadron zu dreien rechts brecht ab. — Excadron, Galopp marsch!”

Nur erst fort aus den Augen des Jupiter tonans, — wenn man nicht mehr gesehen wird, verwandelt sich der Galopp von selbst in einen ruhigen, gemütlichen Trab. Eine Viertelstunde, nachdem die Cavallerie sich in Bewegung gesetzt hat, tritt der Rest der Division an. Lange hat Se. Excellenz geschwankt, welchen Weg er einschlagen soll, und nicht ohne Grund.(35) Wenn man nicht allein durch die Welt zieht, sondern wenn einige Tausend Mann,(36) errötend von der Sonnenhitze, unseren Spuren folgen, da kann man nicht einfach sagen: „Kinder, nehmt es mir nicht übel, hier ist er nicht, wir wollen ihn mal wo anders suchen.” So zu sprechen hätte auch keinen Zweck, denn es würden nur ganz wenige hören, sintemalen eine marschirende Division mehrere Kilometer lang ist,(37) die Tiefe eines Armeecorps mit allen Trains beträgt sogar vierundfünfzig Kilometer. Kehrtmachen gibt es da nicht, man muß bleiben, wo man ist, und hat man den falschen Weg eingschlagen, so läßt sich das nicht mehr ändern, es ist das dann, wie man zu sagen pflegt, „Pech für die Familie”.

Todesmutig zieht die Division dem Feind entgegen. Allen voran eilet(38) die Excellenz mit ihrem Stabe, und immer wieder zählt sie an den Knöpfen des Waffenrockes ab: „Finde ich ihn hier oder finde ich ihn hier nicht?” Und die Excellenz hat Glück, sie ist auf dem richtigen Wege, von allen Seiten kommen die Meldungen der Cavallerie, die die genauesten Nachrichten über den Feind bringen. Als Se. Excellenz der commandirende Herr General erscheint, ist der Divisions­commandeur genau(39) informirt und die höchste Excellenz kann nicht umhin, der niedern Excellenz ihre(40) höchste Anerkennung auszusprechen.(41)

Bald darauf tobt die Schlacht, — nur an einem Ort herrscht tiefster Friede. Dort hinten am Waldsaum hat ein Bataillon die Gewehre zusammengesetzt, die Leute haben sich in den Schatten gelegt und schnarchen miteinander um die Wette, die Lieutenants haben sich um ihren Major herumgelagert, lassen die Cognac- und die Rotweinflasche kreisen, rauchen eine Cigarre nach der andern, weil man nicht gut alle auf einmal rauchen kann, und erzählen sich die unglaublichsten Geschichten. Sollte einer laut oder leise fragen(42), was dieses Bataillon vorstellt, so sei es ihm unter dem Siegel der tiefsten Verschwiegenheit hiermit anvertraut: es ist die Specialreserve Sr. Excellenz.

„Herr Major,” hat der Divisions­commandeur zu dem Führer dieser kleinen, aber auserlesenen Heldenschar gesprochen, „Sie übernehmen die Specialreserve und bleiben zu meiner ganz alleinigen Verfügung. Sollte der Gang des Gefechtes es aber erforderlich machen, so können Sie natürlich aus eigener Initiative eingreifen — selbstverständlich aber müssen Sie mir dann sofort Meldung schicken.”

Der Herr Major hatte sein „Zu Befehl” geantwortet und war dann mit seinem Bataillönchen abgerückt. Nun liegt er hier schon drei Stunden(43) und wartet weitere Befehle ab; selbständig in den Gang des Gefechtes einzugreifen, daran denkt er gar nicht, da wäre er ja schön dumm.(44) Da kommt ein Adjutant angesprengt, sogar ein ganz hoher, mit roten Hosen, ein Generalstabsofficier.

„Meldung von Sr. Excellenz dem Herr Divisions­commandeur. Das Bataillon tritt wieder unter den Befehl des Regiments, Se. Excellenz hat sich eine andere Specialreserve ausgeschieden.”

Und fort ist der Adjutant wieder. Verwundert sieht der Herr Major dem Davonreitenden nach.

„Nanu, was fällt denn der Excellenz ein? Wie komme ich plötzlich dazu, nicht mehr Specialreserve zu sein? Da hört sich doch wirklich Verschiedenes auf. Ich stehe wieder unter dem Befehl des Regiments — sehr schön — aber wo in Europa ist denn augenblicklich das Regiment?”

„Soll ich mal hinreiten, Herr Major?” fragt der Adjutant, „soll ich den Herrn Oberst aufsuchen?”

„Aber wo denken Sie denn hin, es ist sehr freundlich von Ihnen, mein Lieber, aber nein, bleiben Sie nur hier;(45) wenn der Herr Oberst etwas will, kann er seine eigenen Adutanten schicken. Wir bleiben ruhig hier und warten weitere Befehle ab.”

Der Herr Major wartet, und immer heißer tobt die Schlacht. Ueber die Heide kommt langsam, aber unsicher ein Radfahrer. Alle zehn Schritte fällt das Stahlroß um und mit ihm der kühne Reiter.

„Der Mann ärgert mich,” spricht der Major, „denn ohne daß ich weiß, was er will, weiß ich, daß er etwas von mir will.”(46)

Drei Schritt vor dem Major wirft der Radfahrer zum letzten Mal um, und weil er doch absteigen muß, wenn er mit dem Vorgesetzten spricht, bleibt er gleich unten.(47)

„Befehl vom Herrn Oberst: das Bataillon bildet die Reserve des Regiments.”

„Schön, und weiter?”(48)

„Weiter hat der Herr Oberst nichts gesagt.”

„Dann ist es gut, mein Freund, du kannst wieder nach Hause fallen.”(49)

Während der Radler nach Hause, das ist in diesem Falle zum Oberst zurückfährt, überlegt der Herr Major: que faire? Er entschließt sich, weiter zu warten; der Commandeur weiß ja, wo er ist, er aber weiß nicht, wo das Regiment ist.(50)

Inzwischen nähert sich die Schlacht der Entscheidung(51). Ebenso wie gestern ist „Süd” auch heute siegreich vorgedrungen — der Herr Divisions­commandeur ist darüber sehr froh und der Stolz schwellt seine Brust; beides ganz ohne jede Berechtigung, denn „Nord” hat den Auftrag, sich in kein ernstes Gefecht einzulassen, sondern auch heute zu weichen, um „Süd”, wenn es ihm in ein für es ungünstiges Gelände gefolgt ist, morgen dafür barbarisch zu schlagen. Das weiß die südliche Excellenz nicht, sie brennt vor Begierde, dem Commandirenden zu zeigen, welche tüchtige Kraft sie ist, sie will mit aller Macht den Gegner zurückwerfen, sobald die Reserve des Regiments eingetroffen ist. Die Specialreserve befindet sich bereits im Kampf.

Die Reserve des Regiments aber kommt nicht.(52) Der Commandeur mustert aufmerksam das Gelände. Excellenz sieht vieles, sogar manches, was sie besser nicht sähe, aber die Reserve des Regiments sieht sie nicht. Zugleich mit der höchsten Excellenz haben auch die „niedern” Excellenzen die Gläser vorgenommen(53) und beschauen sich die Welt.(54) Der Commandirende nimmt zuerst das Wort: „Ich begreife nicht, wo die Reserve bleibt, sie muß doch über den Gang des Gefechtes unterrichtet sein; ich möchte nur wissen, worauf sie noch wartet.”

Der Divisions­commandeur krümmt sich vor Entsetzen, daß er den Wissensdrang seines Vorgesetzten nicht erfüllen kann, denn der Untergebene hat die Pflicht, alles zu wissen, was der Vorgesetzte wissen will(55). Er wendet sich an den Brigade­commandeur(56), der General(57) fragt den Oberst(58), dieser seinen Etatsmäßigen; kein Mensch weiß es. Niemand hat den Mut, dieses negative Ergebnis(59) der Nachforschungen der commandirenden Excellenz zu melden.(60)

Die höchste Excellenz winkt ihrem Ordonnanz-Officier.(61)

„Sie sind orientirt, wo die Reserve steht?”

„Zu Befehl, Euer Excellenz.”

„Reiten Sie hin. Ich ließe fragen, worauf der Herr Major noch wartete? Bitte los, Carrière.”

Und dem Gaul die Sporen gebend, jagt der Galopin davon. Bei dem Sprung über einen ziemlich breiten, nassen Graben trennen sich Roß und Reiter. Hoch auf spritzt das Wasser.

„Es scheint, als sollten wir es nicht erfahren, worauf die Reserve wartet”, spricht der Commandirende, „aber ich will es erfahren.”

Er winkt seinem zweiten Ordonnanz-Officier. „Bitte, eilen(62) Sie, aber bleiben Sie oben.”(63)

Es ist scheußlich, ein Hindernis nehmen zu müssen, bei dem soeben ein Kamerad gestürzt ist, und so schlägt dem zweiten Ordonnanz-Officier das Herz ziemlich, als er gegen den Graben anreitet: er weiß, vieler Augen ruhen auf ihm. Er will an derselben Stelle springen, an der der Kamerad gefallen ist, um seine Kunst zu zeigen; er kann sich auf seine englische Vollblutstute verlassen, die springt wie eine Puppe. Aber er kommt gar nicht zum Sprung. Als er sich dem Graben nähert, klettert der erste Ordonnanz-Officier, mit Schlamm und Schmutz bedeckt, heraus: die Stute scheut und entledigt sich ihres Reiters.

„Konnten Sie denn nicht einen Augenblick länger im Wasser bleiben?” ruft er zornig dem Kameraden zu; dann aber springt er in die Höhe, schwingt sich wieder in den Sattel, nimmt in famosem Sprung das Hindernis und jagt, ehe Excellenz den dritten Officier absandte, der Reserve entgegen. Wenige Minuten später hält er wieder vor Seiner Excellenz.

„Nun, worauf wartet die Reserve?”

„Auf Befehle, Euer Excellenz.”

„Worauf?”

„Auf Befehle, Euer Excellenz.”

Alles schweigt, im Kreise stumm
Blicken scheu sie sich um.

Auch die höchste Excellenz sieht sich um; sie blickt den Chef des Stabes an und der versteht den Blick, der da sagt: „Ueber den Herrn Major wollen wir uns doch nachher etwas eingehender miteinander unterhalten, der scheint ja die Wartefrau in der Vollendung zu sein, da muß man ihr ja die Wege ebnen, damit sie eine gute Civilstellung annehmen kann.” Der Besuch des Ordonnanz-Officiers hat den Major denn doch aus dem Wartesaal, wie er das Gehölz selbst nannte, herausgebracht. In ihm ist das Bewußtsein aufgedämmert, daß es vielleicht doch richtiger gewesen wäre, sich etwas über den Gang des Gefechtes zu unterrichten(64). Nun sucht er das Versäumte nachzuholen. Er läßt an die Gewehre gehen und tritt mit seinem Bataillon an(65), er reitet mit seinem Adjutanten weit voraus, dann folgen die Hauptleute, die ihre Compagnien führen, die Spielleute blasen, die Tambours schlagen — die Sache sieht sehr hübsch aus(66). Im strammsten Parademarsch kommt das Bataillon heran.(67) Immer näher rücken die Truppen, plötzlich machen sie Halt — sie sind vor dem Graben angelangt. Nun(68) aber reißt Seiner Excellenz die Geduld; er setzt sein Pferd in Galopp und gefolgt von seinen Adjutanten sprengt er auf das Bataillon los, nimmt den Graben und reitet auf den Major zu.

„Herr Major, worauf warten Sie?”

„Ich habe den Adjutanten fortgeschickt, Euer Excellenz; ich warte, bis er einen Uebergang gefunden hat.”

„Wollen Sie nicht lieber warten, bis hier eine Brücke gebaut ist?” donnert der Commandirende. „Hier gibts kein Warten und kein Halten, hier heißt es einfach rüber.”

Und wieder nimmt Se. Excellenz das Hindernis. Der Herr Major sieht es mit Grausen; er nimmt allen Mut zusammen, steigt vom Pferde, klettert zu Fuß durch den Graben und läßt das Bataillon sich folgen. Auf der andern Seite angekommen, überläßt er die Führung dem ältesten Hauptmann und wartet, bis der Gefreite, dem er das Pferd anvertraute, mit dem Gaul über den Graben ist. Anfänglich ist das Pferd etwas wasserscheu, dann aber springt es, den Gefreiten, der sich krampfhaft an den Zügeln hält, mit sich reißend. Schnell klettert der Major wieder in den Sattel und jagt seinen „Trupfen” nach.

„Wenn ich Glück habe, komme ich mit meinem Bataillon doch noch zur rechten Zeit,” denkt er. Aber er hat kein Glück,(69) der Commandirende läßt „Halt” blasen, weil er der Wartefrau die Gelegenheit nehmen will, zu sagen: „Ich bin doch noch angekommen.”

Dann kommt die Kritik und bei der Kritik erkundigt sich die höchste Excellenz sehr eingehend, auf welche Befehle der Major denn gewartet hätte. Die Wartefrau verteidigt sich so gut, wie sie kann, und geduldig hört die Excellenz zu.

„Es ist alles sehr schön und richtig, was Sie sagen, Herr Major, gewiß, ja, aber haben Sie schon einmal davon gehört oder gelesen, daß im Kriege nicht wie im Manöver mit Platzpatronen, sondern mit scharfer Munition geschossen wird?”

Der Major kann nicht umhin, zu antworten, daß ihm ähnliches bereits einmal zu Ohren gekommen sei.

„Ist Ihnen auch bekannt, daß hin und wieder im Kriege Leute totgeschossen werden?”

Der Major kann nicht umhin, zu antworten, daß er glaube, davon schon irgendwo einmal gelesen zu haben.

„Ist Ihnen auch bekannt, daß Tote nicht sprechen können?”

Der Major erinnert sich, ähnliches schon einmal gehört zu haben.

Und nach diesem halb ernst, halb scherzend geführten Zwiegespräch legt sich das Gesicht Sr. Excellenz in sehr ernste Falten.

„Wenn Ihnen das alles bekannt ist, Herr Major, wie Sie sagen — und ich habe keinen Grund, an Ihren Worten zu zweifeln, so muß ich mich um so mehr wundern, daß Sie nicht selbständig handelten, sondern gewartet haben. Wir müssen im Manöver genau so handeln, wie wir es im Ernstfalle thun würden, und ich bitte Sie, zu bedenken, daß ein Commandeur, der gefallen ist, keine Befehle erteilen, und ein Meldereiter, dem unterwegs das Pferd erschossen wird, keine Befehle überbringen kann.(70) Selbst ist der Mann, meine Herren, selbständig müssen wir handeln; wenn wir uns daran nicht bei Zeiten gewöhnen, werden wir im Kriege nicht das leisten können, was mit vollem Recht von uns verlangt wird, verlangt werden muß.”

Die Excellenz schweigt — für sie ist die Wartefrau erledigt und die Wartefrau betrachtet sich selbst auch als erledigt, sie braucht nun weiter nichts mehr zu thun, als auf ihren Abschied zu warten.(71)

Beim Militär ist eben alles anders als(72) im Civilleben: wer hier eine gute Wartefrau ist, wird gehegt und gepflegt, mit Geld und Geschenken(73) überschüttet, nur damit sie nicht geht und keinen anderen Platz annimmt. Die militärische Wartefrau aber wird, sobald sie als solche erkannt ist, so schlecht wie nur irgend möglich behandelt, und geht sie nicht willig, so braucht man Gewalt.


Fußnoten:

(1) Wenn Schlicht nur „einmal” auf Wache gestanden hat, dann handelt es sich in dieser Erzählung um die gleiche Wache wie in „Auf Wache”. (Zurück)

(2) Dieser Satz ist in der Buchfassung ersetzt worden durch folgenden Satz:
„Es giebt Leute, die behaupten, daß ich zuweilen komische Einfälle hätte — folglich muß ich auch komisch sein und wenn ich es bin, so bin ich es an jenem Nachmittag geworden, als ich zum ersten und Gott sei Dank auch zum letztenmal auf Posten zog.” (Zurück)

(3) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Wenn man mich nicht alleine hingehen ließ, so hatte es wohl seinen Grund darin, daß man annahm, mir könne die Sache unterwegs über werden und ich könnte einfach auf der Hinterhand wieder kurz Kehrt machen und zurückgehen. Dem wollte man vorbeugen.” (Zurück)

(4) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„und mit einem Schnelldampfer, dem die Kohlen ausgegangen sind,” (Zurück)

(5) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„die Zeit müßte schon lange veflossen sein,” (Zurück)

(6) In der Buchfassung ist hier der Text „und meine Haare sträubten sich,” ersetzt durch folgenden Text:
„und wären meine Haare nicht vorschriftsmäßig geschnitten gewesen, so hätte ich mich wie Absalon mit meinem Haarwuchs in die Zweige eines in der Nähe stehenden Rosenstockes verwickelt und mich aufgebaumelt,” (Zurück)

(7) In der Buchfassung lauutet die Zeitangabe: „achtzehn und dreiviertel”. (Zurück)

(8) In der Buchfassung heißt es statt: „Der Wachthabende schickte darauf”:
„Der Wachthabende, der meine Indianertänze beobachtete, schickte”. (Zurück)

(9) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Wüßte er es, ich glaube, er würde schnell den lenkbaren Luftballon erfinden und damit weit, weit fortsegeln.”. (Zurück)

(10) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Das Warten bei dem Militär wäre damit aber doch nicht aus der Welt geschafft, da wird weiter gewartet, und”. (Zurück)

(11) In der Buchfassung wird dieser kurze Satz ausführlicher dargestellt:
„Richtig, ja richtig, da kann ich ja noch garnicht nach Hause gehen, da muß ich ja noch den Wachanzug nachsehen, sonst steigt mir der Oberst wieder auf den Kopf, wenn er einen Tornister findet, der nicht richtig gepackt ist.” (Zurück)

(12) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Donnerwetter, früher war das doch anders, da kam man alle acht Tage einmal in die Kaserne, aber wenn man jetzt nicht jeden Morgen um sechs Uhr höchst eigennäsig in das Revier hineinriecht, dann heißt es, man hätte kein Interesse an dem Königlichen Dienst. Na, wie steht's, können wir nicht noch ein paar Leute irgendwo abgeben?” (Zurück)

(13) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Schreiben Sie auf. 7 bis 8 Uhr Instruktion durch den Herrn Lieutenant. 8½ bis 9½ Turnen. 9¾ Exerzieren.” (Zurück)

(14) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Sonst noch was, Feldwebel?”
„Der Herr Hauptmann wollten noch den Wachtanzug —”
„Ach so, ja richtig, man hat aber auch heut zu Tage so viel in den Kopf hineinzunehmen, daß ich mir nächstens auf Kammer einen zweiten verpassen werde, in einen Schädel geht das nachgerade wirklich nicht mehr Alles hinein. Wo sind denn die Kerls?”
„Oben auf dem Korridor, Herr Hauptmann.”
„Was? Treppen steigen soll ich auch noch mal? Na, denn man zu,” und stöhnend steigt er die steilen Stufen in die Höh.” (Zurück)

(15) In der Buchfassung lautet dieser Satz wie folgt:
„Selbst der Tag eines Hauptmanns hat endlich ein Ende, und mit teuflischem Wohlbehagen steigt der Häuptling am Abend in sein Bett, obgleich weder geistig noch sonst irgendwie mit dem großen Wallenstein verwandt, gedenkt er dennoch, einen langen Schlaf zu thun.” (Zurück)

(16) In der Buchfassung heißt es hier: „ ausdrücklichen Befehl”. (Zurück)

(17) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„es ist zum Auswachsen.” (Zurück)

(18) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„die er unter dem Arm trägt,” (Zurück)

(19) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„daß es nach der Instruktion des Herr Korporals „nur so in dem Halswirbel knackt,” (Zurück)

(20) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Das heißt in unser geliebtes Deutsch übertragen: Achtung, da kommt ein Offizier. (Zurück)

(21) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„er ist nun, wie man zu sagen pflegt, wieder gern Soldat.” (Zurück)

(22) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Sonst lieber nicht.
Und das wäre allen Beteiligten entschieden das Liebste.
Ach, nach dem Liebsten geht's nicht immer beim Militär — dahin geht es erst am Abend, wenn die Putz- und Flickstunde beendet ist.” (Zurück)

(23) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„und traurig denkt er, „wer weiß, wann wir uns wiedersehen!” (Zurück)

(24) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„gähnt eine Leere, im Vergleich mit der die Leere eines siebzigtausend Fuß tiefen Brunnens eine himmelshohe Erderschütterung ist.” (Zurück)

(25) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Der Lieutenant ist wütend, er giebt den Befehl zum Abrücken und schlägt dann die Einladung seines Vorgesetzten aus: er hatte geglaubt, der Kompagniechef wolle seine Leute noch sprechen, irgend etwas ansagen, er war der Meinung gewesen, daß sie deshalb warten müßten, aber nein, der Vorgesetzte hat sie einfach warten lassen, nicht aus Boshaftigkeit, nein, sondern aus Bequemlichkeit für seine eigene Person. Man kann auch sagen: „weil er sich nichts dabei gedacht hat, weil er garnicht an seine Leute dachte.” (Zurück)

(26) In der Buchfassung heißt es hier: „das ist ja klar” (Zurück)

(27) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„und auch ich werde jetzt bei „Süd” verweilen, wenn man, wie ich, im rauhen Norden wohnt, ist ein südlicher Aufenthaltsort zum vorübergehen sehr angenehm.” (Zurück)

(28) In der Buchfassung heißt es hier: „Aber das ist nicht alles, noch ein etwas viel schlimmeres” (Zurück)

(29) In der Buchfassung heißt es hier: „er weiß nicht, wo der Feind ist, er ahnt es nicht.” (Zurück)

(30) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Warum nicht?
Niemand weiß es.”
(Zurück)

(31) In der Buchfassung heißt es hier: „als wenn er sich” (Zurück)

(32) In der Buchfassung heißt es hier: „und da hineingekrochen ist.” (Zurück)

(33) In der Buchfassung heißt es hier: „die Herren Rittmeister” (Zurück)

(34) In der Buchfassung heißt es hier: „die Herren Lieutenants” (Zurück)

(35) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Jeder, der einmal einen Menschen gesucht hat — und wer that das noch nicht in seinem Leben — weiß, daß der Betreffende sich unter hundert Fällen neun und neunzigmal in jener Straße befindet, auf der man selbst nicht geht. Man pflegt dann das Einfachste zu thun, was es giebt: man macht nach kürzerem oder längerem Besinnen, je nach Charakteranlage Kehrt und schlägt einen unebenen Weg ein und sagt sich: „Findest du ihn nicht hier, so findest du ihn vielleicht dort, irgendwo wirst du ihn schon auftreiben.” Etwas anders macht sich die Sache,” (Zurück)

(36) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„unserer Klugheit vertrauend,” (Zurück)

(37) In der Buchfassung lautet dieser Satz:
„So kann man nicht sprechen, es hätte auch gar keinen Zweck, denn es würden nur ganz wenige hören, sintemalen und alldiweil eine marschirende Division, was vielleicht nicht Jeder weiß, mehrere Kilometer lang ist,,” (Zurück)

(38) In der Buchfassung heißt es hier: „reitet” (Zurück)

(39) In der Buchfassung heißt es hier: „auf das Allergenaueste” (Zurück)

(40) In der Buchfassung heißt es hier: „seine” (Zurück)

(41) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Glück muß der Mensch eben haben.” (Zurück)

(42) In der Buchfassung lautet dieser Satz:
„So etwa einer laut oder leise fragen sollte,” (Zurück)

(43) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„langweilig ist es freilich ja auch, denn die Geschichten, die jetzt erzählt werden, sind schon so alt, daß selbst Noahs Kinder streikten, als die Amme sie ihnen als „Neuheit” zum Besten geben wollte — immerhin aber ist das Anhören alter Witze immer noch besser, als in glühendster Sonnenhitze zu kämpfen, Dummheiten zu machen und angepfiffen zu werden. Vor diesen letzteren Dingen ist er hier sicher. Er liegt hier” (Zurück)

(44) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Der Klügste ist er gerade nicht, aber so klug ist er doch, um zu wissen, daß, was er auch thun möge, nach Ansicht des höheren Vorgesetzten „Blödsinn” sein würde.” (Zurück)

(45) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Gehe nicht zu deinem Fürst, wenn du nicht gerufen wirst”, das ist ein ebenso altes wie wahres Wort, nein, bleiben Sie nur hier,” (Zurück)

(46) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Dann aber ärgere ich mich auch darüber, daß er sein Pferd nicht in die Hand nimmt und es hierher trägt. Warum setzt er sich immer wieder drauf, wenn er doch ganz genau weiß, daß er infolge der schlechten Bodenbeschaffenheit und infolge der Anziehungskraft der Erde gleich wieder unten liegt.”
Selbst der Adjutant, der wie alle Adjutanten allwissend ist, weiß hierauf keine Antwort zu geben und schweigt.” (Zurück)

(47) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Meldung vom Herrn Oberst.”
„Aha,” spricht der Major, „meine Herren, passen Sie auf, die Sache wird kritisch. Nun, mein Sohn, was bringst du denn?” (Zurück)

(48) In der Buchfassung lautet dieser Satz:
„Schön, sehr schön und weiter?” (Zurück)

(49) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„oder wirst du jetzt nicht mehr umwerfen?”
„Zu Befehl, Herr Major.”
Bei der geistreichen Antwort: „Zu Befehl” weiß kein Mensch, ob sie ja oder nein bedeutet.
Beim Militär kommt das so genau auch nicht darauf an, die Hauptsache bleibt dabei, daß „Zu Befehl” gesagt wird.
Ich diente einmal in einem Regiment, dessen sehr verständiger Oberst sehr strenge darauf hielt, daß die Fragen von den Untergebenen mit „Ja” oder „Nein” beantwortet wurden.
Aber der Herr Oberst blieb nicht immer Oberst, er starb den militärischen Tod und ein anderer trat an seine Stelle.
Und es dauerte gar nicht lange, da konnte man eines Mittags im Parolebuch den Regimentsbefehl lesen: „Mit dem heutigen Tage wird im Regiment wieder das altpreußische „Zu Befehl” eingeführt, alles „Ja” und „Nein” verschwindet.”
Ich betone ausdrücklich, daß diese Geschichte keine Erfindung meinerseits, sondern Thatsache ist.
Die Chinesen sind wahrlich nicht die einzigen Zopfträger.” (Zurück)

(50) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Noch einmal erbietet sich der Adjutant zu reiten, aber wieder hält ihn der Major zurück.
Unterdes ist die Schlacht auf dem Culminationspunkt angekommen. Ich gebrauche absichtlich dieses Fremdwort, weil ich dabei der Instruktionsstunde gedenke, in der ich den Rekruten beizubringen versuchte, daß der Culminationspunkt der Geschoßbahn nicht auf der Hälfte, wie thörichte Knaben denken könnten, sondern auf ⅗ der Bahn läge. Man muß einmal einen Pollaken das Wort Culminationspunkt aussprechen hören — wenn er es richtig sagt, sagt er Schonspunkt. Gewöhnlich sagt er garnichts, nicht einmal punkt und damit punktum.
Kein Mensch, kein Nichts kann sich ewig und drei Stunden auf dem Culminationspunkt halten — er, sie oder es kommt ins Rollen und nähert sich damit irgend einem Ende. ” (Zurück)

(51) In der Buchfassung lautet dieser Satz:
„Inzwischen nähert sich die Schlacht ihrem Ende: der Entscheidung.” (Zurück)

(52) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Se. Excellenz, der Kommandierende hat sich von einem Lieutenant, der sich dadurch auf das Höchste geschmeichelt fühlt und seiner Einberufung zur Kriegsakademie bombensicher ist, das Fernglas geben lassen und mustert aufmerksam das Gelände.” (Zurück)

(53) In der Buchfassung lautet dieser Satz:
„Zugleich mit der höchsten Excellenz haben die höheren, in diesem Falle die „niederen” Excellenzen, die Herren Generale und Stabsoffiziere, die Herren Adjutanten und Galoppins die Gläser vorgenommen” (Zurück)

(54) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Sie sehen vieles, sogar manches, was die höchste Excellenz nicht sieht, aber die Reserve des Regiments sehen auch sie nicht.” (Zurück)

(55) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„und er weiß es nicht.” (Zurück)

(56) In der Buchfassung heißt es hier: „Herr Brigadekommandeur” (Zurück)

(57) In der Buchfassung heißt es hier: „Herr General” (Zurück)

(58) In der Buchfassung heißt es hier: „Herrn Oberst” (Zurück)

(59) In der Buchfassung heißt es hier statt „Ergebnis”: „Resultat” (Zurück)

(60) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:

Alles schweigt, im Kreise stumm
Blicken scheu sie sich um.

(Zurück)

(61) In der Buchfassung heißt dieser Satz:
„Auch die höchste Excellenz schaut sich um und sie winkt ihren Ordonnanoffizier.” (Zurück)

(61) In der Buchfassung heißt es hier statt „eilen”: „reiten” (Zurück)

(63) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Zu Befehl, Euer Excellenz.” (Zurück)

(64) In der Buchfassung heißt dieser Satz:
„sich etwas über den Gang des Gefechts zu informieren, sich zu orientieren, wo sein Regiment wäre.” (Zurück)

(65) In der Buchfassung heißt es hier:
„und tritt mit seinem Bataillon an, von weitem macht sich die Sache ganz entfernt und sogar ganz hübsch. Der Herr Major reitet” (Zurück)

(66) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„daß jeder Nichtsoldat das Wort aussprechen würde: „O welche Lust, Soldat zu sein.”
Der Soldat sagt so etwas nie, er denkt dies nicht einmal.” (Zurück)

(67) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Se. Excellenz der Kommandierende sieht es und der Herr Major sieht es, daß es Se. Excellenz sieht.” (Zurück)

(68) In der Buchfassung heißt es hier:
„Da aber reißt” (Zurück)

(69) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„er soll es nicht haben,” (Zurück)

(70) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Im Frieden wird ja nun allerdings Keiner totgeschossen, aber „fallen” thut mancher — ich selbst sah vorhin dort an jenem Graben zwei Herren die Mutter Erde küssen.” (Zurück)

(71) In der Buchfassung ist hier folgender Text eingeschoben:
„Und der wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Unter Umständen bekommt man die Verabschiedung telegraphisch.
Das ist scheußlich.
Befinden sich Wartefrauen in den niederen Chargen, so werden die natürlich gelinder bestraft, aber auch die können sich auf Verschiedenes gefaßt machen.
Bei einem Regimentsexerzieren war es: man hatte mit dem Gefecht begonnen und als die chose erldigt war, ging man in der Hoffnung aller Beteiligten, daß die Sache kurz und schmerzlos sein würde, zum Schul-Exerzieren über.
Zuerst wurden die Bataillone fein säuberlich neben einander aufgebaut und eingerichtet, dann ging die Sache los.
Hoch auf richtete sich der Herr Oberst im Sattel:
„Bataillon —
Dem Gaul beinahe das Kreuz brechend , fiel der Herr Oberst in den Sattel zurück: „Maaaaa—rsch.”
„Marsch” riefen gleichzeitig die drei Stabsoffiziere und auch sie setzten sich wieder mit einem gehörigen „Avec” in den Sattel.
Fünfundert Beine flogen in die Luft und als sie daselbst einen Augenblick verweilt und gedacht hatten: wie ist es hier schön, wurden sie von fünfhundert rechten Beinen abgelöst, und dann kamen wieder die linken Beine daran und dann die rechten — das Regiment marschierte.
Wenn drei Bataillone neben einander marschieren, hat eins die Richtung — von dem Richtungs­bataillon müssen die anderen den vorgeschriebenen Zwischenraum behalten, damit das Regiment nicht wie zwei Eisenbahnzüge in einander läuft.
„Das zweite Bataillon hat die Richtung.”
Der Herr Oberst spricht's, und die Herren Stabsoffiziere wiederholen es:
„Das zweite Bataillon hat die Richtung.” In jedem Bataillon aber ist die Richtung nach der Fahne.
Damit der Fahnenträger aber nun nicht dahin läuft, wohin er will, sondern wohin er soll, wird ihm ein Marsch­richtungs­punkt angegeben, man sieht, die Sache ist ziemlich kompliziert.
„Marschrichtungspunkt — das weiße Haus mit dem roten Dach oben auf der Höhe.”
Der Herr Major rief's und er hatte es in seinem Bataillon so eingerichtet, daß der Fahnenträger, zum Zeichen, daß er seinen Vorgesetzten verstanden hatte, ein „Zu Befehl” antworten mußte.
Auf dieses „Zu Befehl” wartete der Herr Major, aber es erfolgte nicht.
„Marschrichtungspunkt — das weiße Haus mit dem roten Dach oben auf der Höhe.”
Der Herr Major ruft es mit der ganzen Kraft seiner gewaltigen Stimme.
„Nicht so laut, meine Herren, nicht so laut, wenn ich bitten darf,” ruft der Herr Oberst.
Ein „Zu Befehl” von dem Fahnenträger ist aber auch jetzt nicht zu hören.
Wütend dreht sich der Herr Major auf seinem Streithengst um — nein, nein, das ist ja garnicht möglich — er reibt sich die Augen, er sieht nach rechts und nach links, nach dem ersten und nach dem dritten Bataillon, dort dasselbe Bild wie hier und dennoch glaubt er zu träumen.
So etwas ist ihm in seinen dreißig Dienstjahren denn doch noch nicht vorgekommen.
Und er hat viel erlebt, wenn man ihm alles glauben dürfte, sogar sehr viel.
„Das zweite Bataillon schwenkt, der Fahnenträger geht nicht genau gerade aus.”
Als der Herr Major diese Worte des Herrn Oberst hört, kann er ein leises Lächeln nicht unterdrücken.
Der Herr Oberst hat recht wie immer, der Fahnenträger geht auch nicht gerade aus und zwar thut er das aus einem sehr einfachen Grunde nicht: er ist nämlich gar nicht da.
Die Fahnen sind vergessen.
Sonne stehe still im Thale Libeon.
Als der Herr Oberst diese traurige Thatsache erfährt, die man ihm mitzuteilen sich endlich mit zitterndem Herzen entschließt, bekommt er beinahe einen Schlaganfall.
Wie ist so etwas möglich?
Der Herr Oberst läßt das Regiment halten, beruft die berittenen Herren zu sich und beginnt dann ein langes Verhör: „Welche Kompagnie sollte die Fahne holen?”
Jeder Hauptmann schwört, daß er nicht an der Reihe wäre.
„Wo ist der Adjutant?”
Er ist zur Stelle, weiß aber den Befehl, der über das Abholen der Fahnen erlassen ist, nicht auswendig.
Zunächst bekommt er dafür einige liebenswürdige Worte zu hören, dann wird er im Galopp abgesandt, um die Fahnen zu holen.
Und da löst sich das Rätsel: die Fahnenträger hatten den Befehl erhalten, sich morgens um sechs Uhr in der Wohnung des Herrn Oberst einzufinden, dort die Fahnen abzuholen und sich der ersten vorbei­marschierenden Kompagnie anzuschließen. Das Unglück aber hatte es gewollt, daß die Hauptleute, um nicht, bevor es unumgänglich nötig war, unangenehm aufzufallen, sämtlich mit ihren Kompagnien einen anderen Weg, der nicht bei dem Hause des Herrn Oberst vorbeiführte, einschlugen.
Die Fahnenträger aber standen in der Hausthür und warteten und warteten eine Stunde nach der anderen.
Als der Adjutant sie endlich gefunden hatte, zog er mit ihnen im sausenden Schritt zum Exerzierplatz hinaus und die wenigen Grashalme, die von den Füßen der Soldaleske [sic! Der Setzer kannte wohl das Wort Soldateska nicht! D.Hrsgb.] verschont geblieben waren, schüttelten bedebklich die Köpfe, als sie die Worte hörten, die der Herr Oberst zu den Fahnenträgern sprach.
Ich schreibe diese Zeilen an einem Sonntagmorgen und will mir und anderen — als höflicher Mensch hätte ich wohl eigentlich sagen müssen: anderen und mir — nicht die Laune durch Wiedergabe der oberstlichen Strafrede verderben: sie war lang, und was bei langen Reden selten der Fall zu sein pflegt, auch inhaltsreich. Sie endete mit den Worten: „solche Wartefrauen kann ich als Fahnenträger nicht gebrauchen, ich erwarte, daß die Bataillone noch heute Nachmittag andere Unteroffiziere auswählen werden, die der hohen Ehre, die Fahne tragen zu dürfen, würdig sind und die mehr Verstand in ihrem Schädel haben als diese da. So, und nun treten Sie ein.”
(Zurück)

(72) In der Buchfassung heißt es hier: „anders wie” (Zurück)

(73) In der Buchfassung heißt es hier: „und mit Geschenken” (Zurück)


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